Sie ist die Geisel ihrer Hülle
schrecklich anzuschauen' die Fülle
wacht deshalb noch an jedem Tag
ob das Licht, dass sie so mag,
sich noch einmal hinbegibt
und sie trotz des Aussehens liebt
doch das Licht ist fortgeblieben
und sie straft sich selbst mit Hieben
wär sie doch nur schön gewesen
eines von den andern Wesen
Ein dunkles Band streift ihre Tränen
und sie kann ihre Trauer zähmen
fett und hässlich bleibt sie doch
und entstellt aus ihrem Loch,
kriecht sie leise in die Freiheit,
als der Himmel Kälte schneit
dann legt sie sich in seinen Schoß
und bittet um den Gnadenstoß
den das Leben ihr nicht gab
doch Schnee wird nun ihr kaltes Grab
und als sie im Jahr nur Knochen fanden
war aus ihr ein Sproß entstanden
und dort am blühend Waldesrand
bald ein schönes Blümlein stand
Dienstag, 18. Mai 2010
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